DEUTSCH ENGLISH FRANCAIS


THEATERSTÜCKE
HÖRSTÜCKE
INSZENIERUNGEN
ESSAYS/NOTIZEN
INTERVIEWS
BIOGRAFIE
ÜBER FALK RICHTER
AKTUELLES
KONTAKT



DAS SYSTEM von Falk Richter - Materialien, Gespräche, Fotodokumentation des Zyklus DAS SYSTEM herausgegeben von Anja Dürrschmidt



JETZT WIEDER ZU HABEN in der zweiten Auflage - nachdem das Buch lange vergriffen war: Theater der Zeit präsentiert diesen Rechercheband über Falk Richters Arbeit an seinem Stückezyklus DAS SYSTEM - ab sofort im Buchhandel -




Das Buch zum Stückezyklus DAS SYSTEM - ein umfangreicher Rechercheband mit Gesprächen, Analysen, Dokumenten, Fotos und einem Livemitschnitt der Aufführung - dieser Band von Theater der Zeit gibt genauen Einblick in die Arbeitsweisen des Autors und Regisseurs Falk Richter, begleitet die Arbeit und beleuchtet sie kritisch - gewährt sehr genaue Einblicke in die Entstehung einer Theaterinszenierung - ab sofort im Buchhandel!

DAS SYSTEM von Falk Richter - ab 15.11. Im Buchhandel


Falk Richter - "Das System"

Schaubühne am Lehniner Platz 2003/2004
Herausgegeben von Anja Dürrschmidt




Recherche 22
Falk Richter - "Das System"
ISBN 3-934344-41-0
12,00 EUR
24,00 CHF

Direkt bei Amazon:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3934344429/qid%3D1099681234/302-869360
4-8851215

Oder in jedem Buchladen

EINLEITUNG

Peter Laudenbach
»Die radikale Geste! Die radikale Geste! Die radikale Geste!«
Das System. Über Falk Richters »Unsere Art zu leben«

Arno Declair
»Unter Eis«
Fotoreihe zu Falk Richters Inszenierung an der Schaubühne

Falk Richter
»Das System«
Ein Konzept

Das System wird gestartet
Anja Dürrschmidt im Gespräch mit Falk Richter


DAS MATERIAL

»Unter Eis«
Ausschnitte aus der 1. Fassung vom August 2003

»Unter Eis«
Ausschnitte aus der Fassung vom 3. Januar 2004
Fassung zu Probenbeginn

»Grow or Go«
Aus den Materialbändern zu Marc Bauders Dokumentarfilm

Aus einem Vortrag über Umgangsformen
Aus den Materialbändern zu Grow or Go

core values
Aus den Wertekanons der Consulting-Firmen

Jan Pappelbaum
Fotorecherche
Materialiensammlung zum Bühnenbild


DIE ARBEIT

E-Mail Korrespondenz
Falk Richter und Jens Hillje

Effizienz ist ja eigentlich was Schönes
Anja Dürrschmidt im Gespräch mit Jens Hillje

Jenseits der Sentimentalität
Falk Richter im Gespräch mit Thomas Thieme

Das Publikum verführen
Anja Dürrschmidt im Gespräch mit André Szymanski und Mark Waschke

E-Mail Korrespondenz
Falk Richter und Jan Pappelbaum

Jan Pappelbaum
Alles zielt auf Klarheit
Material und Kommentar zu den Bühnenbildentwürfen

E-Mail Korrespondenz
Falk Richter und Paul Lemp

Was gesagt wird, muss ich nicht mehr komponieren
Malte Ubenauf im Gespräch mit Paul Lemp

Martin Rottenkolber
Kälte Leere
Die Videoinstallation


DAS THEMA

Dieser Alptraum ist unsere Realität
Katrin Beushausen im Gespräch mit Marc Bauder und Falk Richter

Steffen Grimberg
Beraten und verkauft
Praktiken und Strategien der Unternehmensberatung

Steffen Richter
Berater reden
Zur Sprache in Falk Richters Unter Eis


DAS STÜCK

Falk Richter
»Unter Eis«




Vorwort

Anja Dürrschmidt

(Auszug aus dem Buch)

Sie ist viel diskutiert worden, die Frage nach dem politischen Theater in unserer Zeit. Und einige sprechen ihm die Wirkung, wenn nicht gar die Existenzberechtigung ab. Doch was ist geschehen, dass aus dem lange tradierten und früher leidenschaftlich verfochtenen Verständnis vom Theater als gesellschaftskritischer und moralischer Anstalt eine fast schon mitleidig belächelte Randerscheinung geworden ist? Nicht allein die Problematik der angemessenen Form, der entsprechenden Ästhetik wird in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert. Das Misstrauen ist grundsätzlicher. Jeder, der heutzutage politische Positionen oder Haltungen manifestiert, sieht sich schnell mit allerlei Gegenargumenten konfrontiert, die nicht so einfach von der Hand zu weisen sind. Mit dem historischen Scheitern der gesellschaftlichen Alternativen zum Kapitalismus scheint auch jegliche Form der Kritik an diesem System nicht mehr haltbar. Ganz zu schweigen von der bangen, aber wohl unvermeidlichen Frage nach den sozialen Utopien. Dass die Idee des Sozialismus in der Praxis nicht aufgegangen ist, dass die Bewohner der ehemaligen Ostblockstaaten als hörige und gnadenlose Schüler des Konsumdenkens gelten, und dass die Wirtschaft in den letzten 15 Jahren in einem vorher nicht vorstellbaren Maß global agiert, ist allgemein bekannt. Dass die Strukturen dieses weiter entwickelten Kapitalismus und die dahinter stehenden Interessen und Interessengruppenverbindungen sehr komplex sind, weiß auch jeder. Doch entlastet dieser Umstand die internationalen Intellektuellen, Wissenschaftler und Künstler von einer Position der Kritik? Natürlich ist jegliche geäußerte Position angreifbar und diskutierbar. Natürlich wird sich das behandelte Thema aus einer anderen Perspektive anders darstellen. All dies rechtfertigt jedoch nicht die Vorwürfe, denen sich politische Theatermacher heute oft ausgesetzt sehen. Den Ausweg nicht zu kennen, den »Schuldigen« eines Missstandes innerhalb einer künstlerischen Aussage nicht festmachen zu können, heißt aber nicht, dass die Frage danach und das Formulieren eines Unwohlseins folgerichtig nicht legitim sind.

Zugleich ist festzustellen, dass trotz all der - manchmal durchaus berechtigten Fachkritik - derart politische Theaterabende eine starke Reaktion beim Publikum hervorrufen. Es lässt sich immer wieder beobachten, wie groß der Wunsch nach Austausch und Verständigung von seiten der Zuschauer in den nach diesen Inszenierungen stattfindenden Publikumsdiskussionen ist. Und wie heftig und kontrovers die Diskussionen in diesen Veranstaltungen ablaufen. Zudem haben sich in vielen Theatern Diskussionsräume etabliert, in denen allgemein anerkannte Experten zu den verschiedenen Aspekten unserer Lebens- und Wirtschaftswelt Vorträge halten. Der Informations- und Gesprächsbedarf ist trotz des verbreiteten Argwohns und trotz aller kritischer Auseinandersetzung mit diesen Theaterabenden ungebrochen.


Auch Falk Richter, der zu Beginn seiner Kariere als Theaterautor und -regisseur gern in die Schublade Poptheater gesteckt wurde, hinterfragte in seinen Arbeiten wiederholt die Grundfesten unserer Gesellschaft - sei es in Inszenierungen fremder Texte, wie Caryl Churchill, Mark Ravenhill und Sarah Kane, oder auch in eigenen Theaterstücken (Peace und Sieben Sekunden/In God We Trust). Nach dem 11. September und im Laufe des Afghanistan- und des Irak-Krieges der Regierung Bush entwickelte Richter die Idee zu einem groß angelegten »work in progress«-Zyklus unter dem Titel Das System. Sein Wunsch war es, im Laufe einer Spielzeit mit einem festen Team aus Schauspielern, Dramaturgen, Bühnenbildnern etc. sich der Analyse »unserer Art zu leben« widmen zu können. Als multimediale und interdisziplinäre »Forschungsstelle« verstand sich das Projekt, welchem von der Schaubühne am Lehniner Platz, wo dieser Zyklus in der Spielzeit 2003/04 aufgeführt wurde, große Freiheiten eingeräumt wurden. Richter hatte die Möglichkeit, Experten zu den verschiedenen Themen zu konsultieren, oder auch in einem umfangreichen Rahmenprogramm Fachleute einzuladen und andere Materialien, wie Dokumentarfilme und Ähnliches, zu zeigen. Letztendlich sind vier Theaterabende entstanden, die unsere Gesellschaft aus der Perspektive der Medien, der Wirtschaft und verschiedenartiger Gewalt- und Kriegszustände beschreiben. Vonseiten der Kritik wurde dieses Projekt sehr unterschiedlich aufgenommen. Die eingangs erwähnten Vorwürfe wurden ansatzweise auch für Teile des Systems angeführt - andere Kritiker lobten Richters Ansatz, Feindzuschreibungen zu vermeiden, neoliberale wie auch linke Positionen gleichermaßen der Kritik zu unterziehen und somit unser Denken und Handeln generell in frage zu stellen.
Dieses Buch soll nun, fernab jeglicher Rezeptionshaltungen, die Arbeit am zweiten Teil von Das System - Unter Eis, nachvollziehen.

Unter Eis zeigt die Philosophie und das daraus resultierende Agieren einer Wirtschaftselite. Consulting-Firmen, Wirtschaftsberatungen, bestimmen inzwischen nicht nur die Geschäftspolitik großer Konzerne, sondern werden zunehmend auch von Einrichtungen der öffentlichen Hand oder von Kulturinstitutionen zu Rate gezogen. Das durch das Effizienzparadigma bestimmte Denken der Berater hat sich mittlerweile bis hinein in private Bereiche durchgesetzt. In Unter Eis spielt Falk Richter dieses Phänomen am Beispiel der Macher dieser Wirtschaftsideologie durch. Er zeigt die Vollstrecker der »reinen Lehre der Ökonomie« als Täter und Opfer zugleich - eine Ideologie, die sich von jeglichen humanen Werten gelöst hat und konsequent zu Ende gedacht, die Abschaffung der fehlerhaften Ressource Mensch propagiert.

Ausschnitte aus den verschiedenen Fassungen, das Recherchematerial zum Text und zum Bühnenbild, Einblicke in den Probenverlauf, in die Kommunikation zwischen den beteiligten Künstlern und Gespräche mit Schauspielern, dem Komponisten u. a. sollen die Entstehung von Unter Eis dokumentieren, einen Blick in die sonst für die Öffentlichkeit unzugängliche Entwicklung einer Theaterarbeit transparent machen.



Berlin, Oktober 2004



© 2004 Theater der Zeit
Letzte Änderung: 03.11.2004, 13:14



NEU: Das Buch zum Stückezyklus DAS SYSTEM - ein umfangreicher Rechercheband mit Gesprächen, Analysen, Dokumenten, Fotos und einem Livemitschnitt der Aufführung - dieser Band von "Theater der Zeit" gibt genauen Einblick in die Arbeitsweisen des Autors und Regisseurs Falk Richter, begleitet die Arbeit und beleuchtet sie kritisch - dokumentiert die unterschiedlichen Arbeitsphasen. Mit Beiträgen von: Anja Dürrschmidt, Peter Laudenbach, Jan Pappelbaum, Jens Hillje, Martin Rottenkolber, Thomas Thieme und anderen

4amazon.de


 
 
©2003, FALK RICHTER | Disclaimer und Impressum